Weisheitszahn
Weitere Themen zu Weisheitszahnentfernungen / Weisheitszahnoperation
Weisheitszahnentfernungen erfolgen ambulant (Sprechstundenbehandlung) in Lokalanästhesie (Spritze). Bei durchgebrochenen Weisheitszähnen und günstigem Wurzelverlauf erfolgt eine Weisheitszahn-Extraktion nur mit Hilfe von Spezialzangen und Zahnhebeln. Eine Aufklappung entfällt.
Bei noch nicht durchgebrochenen Weisheitszähnen oder ungünstigem Wurzelverlauf
ist eine operative Weisheitszahnentfernung notwendig.
Eine Weisheitszahnoperation birgt gewisse Risiken. Mehr dazu erfahren Sie
auf unserer Internetseite Risiken Weisheitszahnoperation.
Auf dieser Seite:
Beschreibung
• Gründe für die Extraktion
• Dentitio difficilis
• Verlagerte Weisheitszähne
• Auf Empfehlung eines Kieferorthopäden
Operatives Vorgehen
Schmerzloser Eingriff
Fragen
Beschreibung
Der hinterste Zahn im Ober- und Unterkiefer wird als Weisheitszahn bezeichnet. Er ist von der Mitte der Zahnreihe her gerechnet der achte Zahn. In ganz seltenen Fällen sind hinter den Weisheitszähnen noch überzählige Weisheitszähne zu verzeichnen, so genannte Distomolaren, auch neuner genannt.
Der Weisheitszahn wird vom Volksmund so genannt, weil bei seinem Durchbrechen bereits (meist) ein gewisses Mass an Weisheit vorhanden ist. Der Durchbruch erfolgt, wenn überhaupt, meist im Alter von 17-25 Jahren.
Gründe für die Extraktion
Die Gründe für eine Weisheitszahnentfernung sind:
- Dentitio difficilis (erschwerter Zahndurchbruch)
- Verlagerte Weisheitszähne
- Auf Empfehlung eines Kieferorthopäden
Dentitio difficilis
Die Dentitio
difficilis ist der häufigste Grund für eine Extraktion und
betrifft hauptsächlich die unteren Weisheitszähne. Enge Platzverhältnisse
führen dazu, dass der Weisheitszahn zu wenig Platz findet um korrekt
durchzubrechen. Er bricht dann entweder gar nicht (retiniert), oder nur
teilweise (teilretiniert) durch. Eine dentitio difficilis äussert sich
vorwiegend in:
- Reduzierter Allgemeinzustand
- lokale (örtliche) Schleimhautentzündung
Oft in Kombination mit Mundgeruch/Mundfäule - Kieferklemme
Folge der lokalen Schwellung - Schluckbeschwerden
Bei Verdacht auf eine dentitio difficilis sollte sofort ein Zahnarzt aufgesucht werden. Ein Nichtbehandeln einer Dentitio difficilis kann mit der Zeit lebensbedrohende Ausmasse annehmen, da die Entzündung meist in einen lokalen Abszess (Eiteransammlung) übergeht. Breitet sich dieser Abszess Richtung Mediastinum aus, so besteht akute Lebensgefahr.
Eine Dentitio difficilis kann wie folgt behandelt werden:
- Eine Kürettage (Auskratzung) mit einer anschliessenden lokalen Antibiotika Applikation (Verabreichung).
- Eine Inzision (Einschneiden) unter Lokalanästhesie (Spritze). Die Wunde wird anschliessend mit einer Antibiotika getränkten Gaze versorgt.
Die erste Methode wird von uns bevorzugt, da eine Lokalanästhesie und eine Inzision entfallen. Bei einer schweren Dentitio difficilia muss jedoch meist inzidiert (eingeschnitten) werden, sowie lokal Antibiotika verabreicht werden.
Verlagerte Weisheitszähne
Verlagerte Weisheitszähne können auf benachbarte
Zahnwurzeln drücken und dadurch unklare Gesichts- und Ohrschmerzen verursachen.
Eine Resorption (Auflösen) der benachbarten Wurzel ist ebenfalls nicht
auszuschliessen.
Kieferorthopäden
Kieferorthopäden wünschen zum Teil im Rahmen einer
kieferorthopädischen Behandlung eine Extraktion der Weisheitszähne.
Die Weisheitszahnentfernung erfolgt in diesen Fällen oft erst nach Abschluss
der kieferorthopädischen Behandlung.
Operatives Vorgehen
Das entfernen vom Weisheitszahn erfolgt in Lokalanästhesie (Spritze). Nachdem das Operationsgebiet betäubt wurde, erfolgt eine Inzision mit einem Skalpell. Der Schleimhautlappen (Zahnfleisch) wird über dem Weisheitszahn weggeklappt und der darunter liegende Kieferknochen wird sichtbar. Nun wird mit einem Knochenbohrer der Weisheitszahn freigelegt und der Zahn im ganzen oder in Stücken entfernt. Die Wunde wird anschliessend gesäubert und der Knochen geglättet um eine komplikationslose Heilung zu fördern. Der Schleimhautlappen wird mit mehreren Nähten über der Wunde fixiert.
Um eine Entzündung der Wunde zu vermeiden, wird meist ein in Jod getränkter Gaze zwischen Wunde und Schleimhautlappen platziert. Dieser Gaze wird, zusammen mit den Nähten, eine Woche später anlässlich einer Wundkontrolle entfernt.
Schmerzloser Eingriff
Eine Weisheitszahnentfernung ist grundsätzlich ein schmerzloser Eingriff. Das ganze Operationsgebiet wird zuvor betäubt. Trotzdem ist eine Weisheitszahnentfernung sicher nichts Angenehmes und wird von vielen Patienten gefürchtet. Die Furcht hat meist mit Schauergeschichten aus dem Freundes- und Bekanntenkreis zu tun. Ich empfehle Ihnen aber diesen Geschichten nicht allzu viel Glauben zu schenken. Meist wurden die Geschichten dramatisiert.
Während der Operation sollten Sie ausser dem unangenehmen Geräusch des Knochenbohrers und Druckgefühlen beim Gebrauch von Zangen und Hebeln, nichts spüren.
Damit Sie nach einer Operation keine Schmerzen verspüren, erhalten Sie von uns Schmerzmittel. Zur Kühlung empfehlen wir Ihnen die Verwendung von Cold-Packs (Kühlbeutel). Mehr dazu erfahren Sie auf unter Nachsorge auf unserer Internetseite Zahneingriffe.
Fragen
Mein Weisheitszahn schmerzt nicht und macht mir keine Probleme. Trotzdem
will ihn mein Zahnarzt entfernen. Ist das nötig?
Ohne Röntgenbild kann ich dies nicht schlüssig beantworten.
Es kann aber durchaus sinnvoll sein einen Weisheitszahn zu entfernen, ohne
dass dieser Probleme verursacht. Mehr dazu finden Sie unter Gründe
für die Extraktion auf dieser Seite.