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Prothese / Totalprothese - Zahnersatz beim zahnlosen Kiefer

Unter einer Totalprothese versteht man den Ersatz sämtlicher natürlicher Zähne durch künstliche. Totalprothesen kommen folglich beim zahnlosen Kiefer zum Einsatz und dienen der Wiederherstellung der Kaufähigkeit und der Ästhetik. Im Volksmund wird die Total-Prothese auch Gebiss genannt.

 

Auf dieser Seite:
Beschreibung
Prothesenhalt
Statik
Regelmässige Kontrolle
Pflege
Behandlungsverlauf
Fragen

Beschreibung

Unter einer Totalprothese versteht man einen abnehmbaren Zahnersatz der beim zahnlosen Kiefer zur Anwendung kommt. Die Funktion der verloren gegangenen natürlichen Zähne werden durch künstliche Zähne übernommen. Diese künstlichen Zähne sind an der Prothesenbasis, welche aus Kunststoff besteht, verankert.

Prothesenhalt
Die Prothesenbasis liegt direkt der Kieferschleimhaut auf. Der Halt wird durch ein Vakuum sichergestellt, welches durch den Speichel und die leicht elastische Kieferschleimhaut entsteht. Je grösser die Haftfläche, je ausgeprägter die Kieferkammverhältnisse (ehemaliges Zahnbett) und je optimaler die Speichelqualität, desto ausgeprägter ist dieses Vakuum. Sehr wichtig für diesen positiven Saugeffekt ist eine korrekte Gestaltung des Prothesenrandes. Ansonsten entweicht der Unterdruck und es stellt sich kein Vakuum ein. Die Folge ist ein ungenügender Prothesehalt.

Bei ungünstigen Kieferkammverhältnissen kann selbst bei optimaler Gestaltung des Prothesenrandes kein genügender Saugeffekt erreicht werden. In solchen Situationen empfehlen wir das setzen vom 2 - 4 Implantaten an denen die Prothese fixiert wird. Eine Implantatlösung ist vor allem im Unterkiefer relativ häufig der Fall, da sich durch die Zunge und den beweglichen Mundboden kein Saugeffekt einstellen will.

Statik - Richtiges Setzen der künstlichen Zähne auf der Prothese
Damit mit einer Totalprothese auch wirklich beschwerdefrei gekaut werden kann, ist es sehr wichtig, dass die künstlichen Zähne statisch korrekt aufgestellt werden. Das heisst die einzelnen Zähne der Prothese müssen auf den Kieferkamm (ehemaliges Zahnbett) zentriert werden. Häufig ist diese Zentrierung nicht ohne weiteres möglich, so dass die Prothesenzähne entsprechend beschliffen werden müssen. Sind die einzelnen Zähne statisch korrekt aufgestellt, so darf sich die Prothese bei Druck auf den entsprechenden Zahn nicht von der Kieferschleimhaut lösen. Das heisst der Saugeffekt, respektive das Vakuum darf nicht verloren gehen und die Prothese muss immer noch gut halten. Sie können das jederzeit mit einem Fingerdruck überprüfen.

Regelmässige Kontrolle
Eine regelmässige Kontrolle der Prothese durch den Zahnarzt ist äusserst wichtig, da sich die Kieferkammverhältnisse über die Jahre verändern. Die häufigsten Gründe sind Knochenabbau oder übermässige Gewichtsschwankungen. Veränderungen von Kieferkammverhältnissen sind immer negativ, denn die Prothesenbasis kann sich nicht von selbst an die neue Situation anpassen. Die Folge ist immer eine Verschlechterung des Saugeffekts.

Da die Prothese nun nicht länger satt auf der Kieferschleimhaut aufliegt, sondern eine gewisse Bewegungsfreiheit hat, stellen sich unweigerlich Druckstellen ein. Einen ähnlichen Effekt kann man bei schlecht sitzenden Schuhen feststellen. Dort nennt man diese Erscheinung Blasen.

Knochenabbau ist ein schleichender Prozess, der in der Regel vom Prothesen-träger erst sehr spät erkannt wird. Meistens hilft man sich bei beginnenden Anzeichen mit Prothesenhaftmitteln. Dies mag als Übergangslösung nützlich sein, kann aber keineswegs als Dauerlösung funktionieren. Wichtig ist eine tägliche Entfernung dieser Haftcreme von der Schleimhaut um Entzündungen vorzubeugen.

Wenn sich die Kieferkammverhältnisse aber übermässig stark verändern
nützt auch die beste Haftcreme nichts mehr. Eine Prothesenunterfütterung beim Zahnarzt wird unumgänglich. Unter einer Unterfütterung versteht man das Auffüllen des fehlenden Materials mit Kunststoff.

Pflege
Eine Prothese sollte, wenn immer möglich, nach dem Essen unter fliessendem Wasser mit einer Prothesenbürste und Zahnpaste gereinigt werden. Die Reinigung von Hand ist viel besser als das Einlegen in eine Lösung. Ab und zu können Sie die Prothese in ein Glas mit Wasser legen, dem Sie einen Löffel Essig beigefügt haben. Es gibt spezielle Prothesenbürsten mit einer besseren Griffigkeit und speziellen Borsten, welche die Reinigung massiv erleichtern.
Wichtig ist aber auch eine tägliche Reinigung der von der Prothese bedeckten Mundschleimhaut, um Entzündungen vorzubeugen.

Behandlungsverlauf

Übersicht

Behandlungszeitraum 5-7 Wochen

Anzahl Sitzungen Minimum 7

Anzahl Sitzungen Maximum 9

Kosten Preis-Information

Verlauf

1. Sitzung, 30 Minuten: Abdruck von Ober- und Unterkiefer

3 Tage bis zur

2. Sitzung, 30 Minuten: Abdruck mit individuellem Löffel

7 Tage bis zur

3. Sitzung, 30 Minuten: Bissregistrierung

7 Tage bis zur

4. Sitzung, 30 Minuten: Wachseinprobe

7 Tage bis zur

5. Sitzung, 30 Minuten: Reserve

10 Tage bis zur

6. Sitzung, 90 Minuten: Abgabe der Prothese

2 Tage bis zur

7. Sitzung, 30 Minuten: 1. Nachkontrolle

7 Tage bis zur

8. Sitzung, 15 Minuten: 2. Nachkontrolle

7 Tage bis zur

9. Sitzung, 15 Minuten: 3. Nachkontrolle

Jede Behandlung ist individuell.Diese Angaben sind daher nur allgemeine Richtlinien!

In diesem Beispiel gehen wir davon aus, dass der Kunde zurzeit eine Teilprothese im Oberkiefer trägt. Leider ist die Restbezahnung, welche aus fünf Zähnen besteht, nicht mehr erhaltungswürdig. Die fünf Zähne müssen gezogen, und der nunmehr zahnlose Kiefer mit einer Totalprothese versorgt werden.

1. Sitzung, 30 Minuten: Abdruck von Ober -und Unterkiefer

1. In dieser Sitzung wird mit einem konfektionierten Löffel ein Abdruck des Ober- und des Unterkiefers genommen.

Im zahntechnischen Labor werden von diesen Abdrücken Gipsmodelle hergestellt. Für den Oberkiefer wird ein individueller Löffel hergestellt. Darunter versteht man einen genau auf die Kieferverhältnisse des jeweiligen Kunden angepassten Abdrucklöffel.

2. Sitzung, 30 Minuten: Abdruck mit individuellem Löffel

1. Der individuelle Löffel wird im Mund des Kunden einprobiert. Die Ränder des Löffels werden mit einem speziellen Wachs angepasst.

2. Mit dem angepassten individuellen Löffel wird ein genauer Abdruck des Oberkiefers genommen.

Der Zahntechniker erstellt davon wiederum ein Gipsmodell, welches nun genau dem Oberkiefer des Kunden entspricht. Auf dieses Gipsmodell wird nun im zahntechnischen Labor die Kunststoffbasis aufgepasst. Auf die Kunststoffbasis wird ein Wachswall modelliert, welche dem Zahnarzt zur Bissregistrierung dient.

3. Sitzung, 30 Minuten: Bissregistrierung

Mit der Bissregistrierung wird die Lage (räumliche Ausrichtung) von Oberkiefer zu Unterkiefer bestimmt.

1. Die Kunststoffbasis mit Wachswall wird im Oberkiefer einprobiert. Das Wachs wird mit einem Wachsmesser erwärmt. Nun lässt man den Kunden zusammenbeissen. Die Zähne des Gegenkiefers beissen dabei in das Wachs und hinterlassen dort Bissimpressionen. Anhand dieser Bissimpressionen lässt sich nun das Gipsmodell des Unterkiefers, welches in der 1. Sitzung hergestellt wurde, korrekt zum Oberkiefer positionieren. So erhält der Zahnarzt eine Kopie der Kieferverhältnisse des Kunden.

2. Mit Hilfe eines Farbringes wird die Zahnfarbe der Unterkieferzähne bestimmt. Diese dienen als Vorgabe für die künstlichen Oberkieferzähne.

Der Zahntechniker platziert nun künstliche Zähne auf die Prothesenbasis. Das Wachs dient im dabei als Verankerung. Durch die Bissregistrierung weiss er nun ganz genau, wie er die Zähne platzieren muss, um ein möglichst angenehmes Kauen zu ermöglichen.

4. Sitzung, 30 Minuten: Wachseinprobe

1. Die in Wachs fixierten künstlichen Zähne werden einprobiert. In einem ersten Schritt wird der Biss kontrolliert. Die Oberkieferzähne müssen dabei in einem korrekten Verhältnis zum Unterkiefer stehen. Sollte dies nicht der Fall sein, so muss nachregistriert werden. In diesem Fall muss der Zahntechniker die in Wachs aufgestellten künstlichen Zähne nochmals neu platzieren.

2. In einem zweiten Schritt wird die Farbe der künstlichen Zähne mit den natürlichen Zähnen des Unterkiefers verglichen. Es gilt dabei hauptsächlich den Wünschen des Kunden nachzukommen.

5. Sitzung, 30 Minuten: Reserve

Diese Sitzung ist nur notwendig, wenn bei der Wachseinprobe festgestellt wurde, dass der Biss nicht korrekt registriert wurde.

Es wird, wie bereits in der letzten Sitzung, die korrekte Lage der Oberkieferzähne überprüft.

Die Totalprothese wird nun im Labor fertig gestellt.

6. Sitzung, 90 Minuten: Abgabe der Prothese

1. In einem ersten Schritt werden die restlichen fünf Zähne gezogen und die dabei entstehenden Wunden versorgt.

2. In einem zweiten Schritt wird die fertig gestellte Totalprothese anprobiert. Dabei wir nochmals der Biss kontrolliert. Meist ist der Prothesenhalt noch nicht optimal. Die Prothesenränder müssen mit einer Fräse auf die korrekte Länge zurückgekürzt werden. Feine Bisskorrekturen werden direkt im Mund des Patienten durchgeführt. Dabei werden die künstlichen Zähne dort wo nötig mit einem feinen Diamantbohrer beschliffen.

7. Sitzung, 30 Minuten: 1. Nachkontrolle

1. Häufig treten bereits innerhalb von zwei Tagen Druckstellen auf. Druckstellen entstehen immer dort, wo die Prothesenbasis zu eng ist und so die darunter liegende Mundschleimhaut reizt. Sie sind vergleichbar mit Blasen an den Füssen bei neuen Schuhen. Die Prothesenbasis wird im Bereich der Druckstelle mittels einer Fräse entlastet.

8. Sitzung, 15 Minuten: 2. Nachkontrolle

1. Auftretende Druckstellen werden entfernt. Der Halt der Prothese sollte nun bereits wesentlich besser sein als unmittelbar nach der Abgabe der Prothese.

9. Sitzung, 15 Minuten: 3. Nachkontrolle

1. Auftretende Druckstellen werden entfernt. Diese Sitzung ist nur notwendig falls immer noch neue Druckstellen entstehen.

Fragen

Wenn ich eine Totalprothese trage, wie häufig muss ich diese durch den Zahnarzt kontrollieren lassen?
Dies ist individuell sehr verschieden, wir empfehlen Ihnen aber mindestens einmal pro Jahr zur Untersuchung zu erscheinen. Dort wird die Prothese gereinigt und die Schleimhaut auf Druckstellen untersucht. Gegebenfalls ist eine Unterfütterung nötig.

Muss ich meine Totalprothese wirklich mit einer Zahnbürste reinigen? Warum kann ich nicht einfach die Prothese in eine entsprechende Flüssigkeit legen?
Es ist sehr empfehlenswert die Prothese regelmässig mit Zahnbürste und Zahnpaste, oder mit einer speziellen Prothesenbürste zu reinigen. Nur so können Verunreinigungen optimal entfernt werden.

Dr. med. dent. Christoph Weber, Schulhausstrasse 1, 8834 Schindellegi, +41 (0)43 888 99 60