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Weisheitszahn / Risiken Weisheitszahn Operation

Die Risiken einer Weisheitszahnentfernung haben vor allem mit gewissen Nachbarstrukturen der Weisheitszähne zu tun. Bei einer Weisheitszahn-Operation muss im Unterkiefer vor allem der Nervus alveolaris inferior geschützt werden, im Oberkiefer besteht die Gefahr einer Kieferhöhleneröffnung.

 

Auf dieser Seite:
Beschreibung
Sensibilitätsstörungen
Wundheilungsstörungen
Eröffnung der Kieferhöhle
Verletzung der zweiten Molaren
Unterkieferfrakturen
Fragen

Beschreibung

Die Häufigkeit von Komplikationen nach operativer Weisheitszahnentfernung wird als gering angesehen, ist aber höher als bei anderen zahnärztlichen Eingriffen. Die häufigsten Komplikationen sind:

Sensibilitätsstörungen
Sensibilitätsstörungen sind ab und zu nach Weisheitszahnentfernung im Unterkiefer zu verzeichnen. Der Nervus alveolaris inferior liegt meist in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wurzel des Weisheitszahnes. In seltenen Fällen verläuft er aber direkt zwischen den Wurzeln des Weisheitszahnes und wird, bei unsachgemässer Entfernung des Weisheitszahnes, beschädigt. Ein vor Behandlungsbeginn erstelltes Röntgenbild gibt Auskunft über die Lage des Nerven und des Weisheitszahnes. Eine Verletzung des Nervus alveolaris führt zu Sensibilitätsstörungen an Lippe und Wangen. In extremen Fällen kann eine Verletzung zu einem totalen Gefühlsverlust in Bereichen der Wange und Lippe führen.

Bei einer Verletzung des Nervus lingualis kann es zu Geschmacksverlust und Sensibilitätsstörungen kommen. Vor allem bei Weisheitszähnen die nach lingual (zur Zunge hin) verlagert sind, gilt es besonders vorsichtig zu operieren.

Wundheilungsstörungen
Wundheilungsstörungen zeigen sich vor allem in anhaltende Schmerzen und Wund-Infektionen. Die häufigste Wundheilungsstörung ist die Alveolitis sicca (trockenes Zahnfach). Die Alveolitis sicca entsteht als Folge eines frühen Verlustes des Blutkoagulum (geronnenes Blut). Ursache für die Schmerzen bei einer Alveolitis sicca ist der freiliegende Kieferknochen, der keinerlei Anzeichen einer Heilung aufweist.

Eröffnung der Kieferhöhle
Auf eine Eröffnung der Kieferhöhle gilt es bei Weisheitszahnentfernungen im Oberkiefer zu achten. Die Wurzel des Weisheitszahnes hat meist eine sehr enge räumliche Beziehung zur Kieferhöhle. Bei einer Entfernung des Weisheitszahnes kann es zu einer akzidentellen (unbeabsichtigten) Eröffnung der Kieferhöhle kommen. Um eine komplikationslose Abheilung der eröffneten Kieferhöhle zu gewährleisten, gilt es, möglichst nicht zu Schneuzen und zu Niesen. Schneuzen und Niesen führt zu einem Druckanstieg, welcher die Wunde wieder aufreist. Zudem besteht die Gefahr, dass Luft in die umgebenden Weichteile gepresst wird, was zu einem so genannten lokalen Luftemphysem (Luftansammlung in der Haut) führt. Diese ist gefährlich und muss antibiotisch behandelt werden.

Verletzung der zweiten Molaren
Die Verletzung der zweiten Molaren kann bei sachgemässem Arbeiten vermieden werden.

Unterkieferfrakturen
Unterkieferfrakturen treten vor allem nach operativem Entfernen stark verlagerter Weisheitszähne auf. In diesen Fällen muss zum Teil massiv Knochen entfernt werden um die Weisheitszähne freizulegen, was zu einer lokalen (örtlichen) Schwächung des Kieferknochens führt. Um einer Fraktur (Bruch) vorzubeugen, empfehlen wir in diesen Fällen während drei Monaten nur weiche Kost zu sich zu nehmen. Dies heisst natürlich nicht, dass man sich nur noch flüssig ernähren kann. Man sollte aber hartes Brot, Nüsse knacken und dergleichen meiden.

Die Entfernung unterer Weisheitszähne gehört zu den häufigsten chirurgischen Eingriffen im Kopfbereich. Um eine möglichst komplikationslose Entfernung zu ermöglichen, ist eine umfassende Aufklärung über den Eingriff von grosser Bedeutung.

Fragen

Ich bin 75 und mein Zahnarzt möchte meinen Weisheitszahn operativ entfernen. Ist dies nicht ein unnötiges Risiko?
Bei älteren Patienten entfernen wir Weisheitszähne nur bei Schmerzen oder bei massiven Entzündungen.

Dr. med. dent. Christoph Weber, Schulhausstrasse 1, 8834 Schindellegi, +41 (0)43 888 99 60