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Krone / Herstellung einer Zahnkrone von Zahntechniker Marcel Beuggert

Auf dieser Seite zeigen wir Ihnen die Herstellung einer Vollkeramikkrone im zahntechnischen Labor Ingold.

 

Marcel Beuggert - Zahntechniker

Gibsmodel für VollkeramikkroneEin besonderes Dankeschön gilt
unserem Spezialisten für Vollkeramik, Marcel Beuggert.
Ohne sein Mitwirken wäre diese Foto-Dokumentation nicht möglich gewesen.

Die Vorgeschichte

Ein Kunde hatte mit einem Fahrrad einen Unfall. Ein Schneidezahn wurde dabei stark beschädigt. Eine Reparatur mit Komposit kam nicht in Frage, da zu viel Zahnsubstanz fehlte.
Um ein möglichst perfektes Resultat zu erzielen, entschieden wir uns nicht für eine Verblendkrone, sondern für eine Vollkeramikkrone.

In der Praxis wurde der frakturierte Zahn mit Komposit wieder aufgebaut. Danach erfolgte in der gleichen Sitzung Präparation, Abdruck, Farbwahl und Provisorium gemäss den hier beschriebenen Angaben.
Der Abdruck wird im Labor durch Herrn Beuggert ausgegipst. So erhält man eine präzise Kopie vom Oberkiefer des Kunden.

Isolieren des Gipsstumpfes

Gibsmodel für VollkeramikkroneAls erstes wird der Gipsstumpf isoliert. So kann das nachfolgend beschriebene Wax-up (aufgewachste Krone) leichter vom Gipsstumpf abgelöst werden.

Das Wax-up entsteht

Wax-up entstehtMit Spezialwachs wird die Zahnform auf den Gipsstumpf aufmodelliert.
Damit das Wachs geformt werden kann, erwärmt der Zahntechniker die Metallspitze seines Werkzeugs, immer wieder in einem Induktionsgerät.

Die letzten Korrekturen am Wax-up

Die letzten Korrekturen am Wax-upDieses Wax-up entspricht in seiner Form schon ziemlich genau der späteren Vollkeramikkrone.

Qualitätskontrolle

Qualitätskontrolle Da der Gipsstumpf zu Beginn isoliert wurde, lässt sich das Wax-up nun gut entfernen, ohne auseinander zu brechen.

Schichtstärke mit Messgerät überprüfenMit einem speziellen Messgerät wird die Schichtstärke überprüft.

Eine gleichmässige Schichtstärke von mindestens 0,8mm ist nötig, damit die spätere Vollkeramikkrone nicht bricht.

Zuflusstunnel aus Wachs für die Keramik

Zuflusstunnel aus Wachs für die KeramikAuf der Muffelbasis wird ein zirka 3 mm dicker Wachsdraht aufgesetzt.
Leicht seitlich versetzt wird nun das Wax-up am Wachsdraht befestigt.

Dieser Wachsdraht dient später als Eingusskanal für die Keramik.

Silikonrohr aufsetzen

Silikonrohr aufsetzenÜber die Muffelbasis wird ein Silikonrohr gestülpt, welches der Muffelbasis eng anliegt.


Einbettmasse herstellen

Einbettmasse herstellenEine spezielle Einbettmasse auf Gipsbasis wird bereitgestellt. Dabei werden in einem ersten Schritt 20ml Anmischflüssigkeit zugegeben.

Destilliertes Wasser

Destiliertes WasserIn einem zweiten Schritt wird 5ml destilliertes Wasser zugegeben.

Durch das Verhältnis von Anmischflüssigkeit zu destilliertem Wasser kann die Expansion (Ausdehnung) der Einbettmasse gesteuert werden. Diese Expansion wiederum nimmt direkten Einfluss auf die spätere Passgenauigkeit der Krone.

Pulver Beigabe

Pulver BeigabeAls dritte Komponente wird die eigentliche Einbettmasse in pulverform beigegeben.

Die Einbettmasse wird nun von Hand vorgemischt. Ab jetzt läuft die Verarbeitungszeit die nun genau eingehalten werden muss.

Mechanisch mischen unter kontrollierten Bedingungen

Mechanisch mischen unter kontrollierten BedingungenDie vom Hersteller angegebenen Parameter wie Umdrehungsgeschwindigkeit, Vakuum und Zeitdauer müssen genauestens eingehalten werden.

Fehler beim Anmischverhältnis oder bei Vakuum und Mischdauer führen unweigerlich zu schlechter Passgenauigkeit.

Einfüllen der Einbettmasse

Einfüllen der EinbettmasseDie Einbettmasse muss blasenfrei eingebracht werden. Das Wax-up wird vollständig von der Einbettmasse zugedeckt.

Aushärten der Einbettmasse

Aushärten der EinbettmasseDie Einbettmasse muss nun aushärten.

Die Ruhezeit variiert je nach Hersteller. Sämtliche einzuhaltenden Parameter sind auf der Verpackung vermerkt.

Entfernen des Silikonrohrs

Entfernen des SilikonrohrsNach der Ruhezeit werden das Silikonrohr und die Muffelbasis entfernt.


Erhitzen der Einbettmasse im Brennofen

Erhitzen der Einbettmasse im BrennofenDie Einbettmasse kommt für 50 Minuten in einen auf 850° Celsius vorgeheizten Brennofen.

Das Wax-up verbrennt rückstandslos

Das Wax-up verbrennt rückstandslosDas Wax-up und der Wachsdraht werden infolge der Hitze flüssig und verbrennen rückstandslos. Zurück bleibt ein Hohlraum, der in der Ausdehnung dem verbrannten Wax-up entspricht.

Aufheizen des Keramik-Brennofens

Aufheizen des Keramik-BrennofensParallel dazu wird ein Keramik-Brennofen aufgeheizt.

Ein Signal Ton meldet das Erreichen der Zieltemperatur.

Auswahl des Keramik-Rohlings

Auswahl des Keramik-Rohlings Keramik-Rohlinge (Keramik-Pellet) gibt es in verschiedenen Zahnfarben und Opazitäten.
Anhand der in der Praxis bestimmten Zahnfarbe wird nun der entsprechende Rohling ausgewählt.

Platzierung des Keramik-Rohlings in der Gussform

Plazierung des Keramik-Rohlings in der GussformDie Einbettmasse wird aus dem 850° Celsius heissen Ofen entfernt. Der Keramik-Rohling wird durch die Öffnung der Gussform geschoben. Darüber wird ein Pressstempel platziert.

Gussform im Keramik-Brennofen

Gussform im Keramik-Brennofen Unter Vakuum, Hitze und Druck wird das Keramik-Pellet in eine zähflüssige Masse verwandelt.

Der Druck sorgt dafür, dass die Keramikmasse durch den Eingusskanal (ehemaliger Wachsdraht) in den Hohlraum fliesst und sich gleichmässig verteilt.

Freilegen der Krone

Freilegen der Krone1. Schritt
Mit einer Trennschleifer wird die Gussform eingeschnitten.

Freilegen der Krone

Freilegen der Krone2.Schritt
Mit Gefühl wird die Gussform halbiert und aufgebrochen.

Sandstrahlen

SandstrahlenMit einem Sandstrahlgerät wird die Krone von der restlichen Gussform befreit.

Die frei gelegte Vollkeramikkrone

Die frei gelegte VollkeramikkroneSo sieht die gepresste Vollkeramikkrone nach dem Freilegen aus. Im Rohzustand erkennt man noch deutlich den Eingusskanal (ehemaliger Wachsdraht).
Die Krone muss nun in einem nächsten Schritt zurechtgeschliffen werden.

Kontrolle der Passgenauigkeit

Kontrolle der Passgenauigkeit Mit dem Mikroskop wird der Rand der Krone überprüft, und wo nötig, zurückgetrimmt. Risse in der Keramik werden so ebenfalls festgestellt.
Besteht die Krone diese Qualitätskontrolle nicht, so wird sie entsorgt.
Es werden keine Kronen ausgeliefert, die diese Qualitätskontrolle nicht bestehen.

Schicht- und Maltechnik

Schicht- und Maltechnik Alle bis jetzt gezeigten Schritte brauchen viel Übung und exaktes Arbeiten. In der Schicht- und Maltechnik aber erkennt man die Kunstfertigkeit eines Zahntechnikers. Erst durch diese individuelle Charakterisierung wird einem leblosen Keramikstück Leben eingehaucht.

Schichttechnik

Schichttechnik 1. Schritt
Die hier mit dem Pinsel aufgetragene bläuliche Keramikmasse erhält ihre endgültige Farbe erst nach einer Erhitzung im Ofen.

Erhitzen der aufgetragenen Keramikmasse im Ofen

Erhitzen der aufgetragenen Keramikmasse im Ofen2. Schritt
Erhitzen der aufgetragenen Keramikmasse im Ofen.

Schichttechnik

Schichttechnik3. Schritt
Mehrere solcher Schichten sind nötig, um der Krone ihren endgültigen Charakter zu geben. i

Farbkontrolle

FarbkontrolleDie Farbechtheit der Krone, sowie die Zahnform werden im Mund des Kunden kontrolliert. Dies geschieht nicht in der Zahnarztpraxis, sondern beim Zahntechniker.

Für eine perfekte Anpassung der Krone an die übrigen Zähne ist dieser Zwischenschritt unerlässlich.

Individualisieren durch Maltechnik

Individualisieren durch MaltechnikLeichte Farbkorrekturen, die erst durch die Anprobe erkannt werden, müssen jetzt noch korrigiert werden.

Diese Korrektur wird nicht mehr mit der Schichttechnik durchgeführt, sondern mit Bemalen. Die aufgebrachten Farben werden durch Erhitzen eingebrannt.

Das überzeugende Endergebnis

Das überzeugende EndergebnisDie Vollkeramikkrone ist in Bezug auf Ästhetik und Passgenauigkeit unerreicht.

Dr. med. dent. Christoph Weber, Schulhausstrasse 1, 8834 Schindellegi, +41 (0)43 888 99 60